Outsourcing im Krankenhaus schadet den PatientInnen

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Genossinnen, liebe Genossen,

am 12. April 2017 veröffentlichte ver.di Berlin folgende Presseinformation, die wir vollständig abdrucken.

„ver.di nimmt die Veröffentlichung des Jahresberichts der Landesdatenschutzbeauftragten zum Anlass, Outsourcing in den Krankenhäusern grundsätzlich in Frage zu stellen.

Die Landesdatenschutzbeauftragte hatte am Freitag veröffentlicht, dass nach ihrer Auffassung das Outsourcing der Patientendatenarchivierung unrechtmäßig sei, weil damit der Patientendatenschutz nicht mehr gewährleistet sei. Dies geschehe aber in Berliner Krankenhäusern.

„Wir wissen seit langem, dass Outsourcing z.B. in der Reinigung die Hygieneprobleme verstärkt. Jetzt wird deutlich, dass auch der Patientendatenschutz durch Outsourcing gefährdet wird. Hier werden eindeutig finanzielle Erwägungen über das Patientenwohl gestellt“ erklärt ver.di Landesleiterin Susanne Stumpenhusen.

ver.di fordert vor dem Hintergrund der jüngsten Veröffentlichungen nun ein konsequentes Umsteuern der Politik. „Nicht nur aus Beschäftigtenperspektive sondern auch aus Sicht der PatientInnen muss Outsourcing endlich zurück gefahren werden. ver.di steht für eine tarifliche Gestaltung dieses Prozesses jederzeit zur Verfügung.“ erklärt Stumpenhusen abschließend.“

Die AfA Berlin hat sich immer gegen Outsourcing gewandt. So geht es auch um den Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Outsourcing dagegen verfolgt das Ziel des Lohndumpings. Deshalb heißt es schon im Landeswahlprogramm der Berliner SPD: „Wir lehnen Ausgründungen aus öffentlichen Betrieben zum Zwecke der Tarifflucht und des Lohndumpings ab und werden keine weiteren zulassen. Dort, wo sie zu solchen Zwecken stattgefunden haben, setzen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten uns für eine Rückführung ein.“

Das verbindet sich auch mit der Verpflichtung, alles zum Wohl der PatientInnen zu tun.

Konkret heißt, dass heute: Die KollegInnen bei den Vivantes-Töchtern fordern die Überführung aller Beschäftigten in den Mutterkonzern Vivantes und damit in den TVöD. Die KollegInnen bei den Charité-Töchtern fordern die Überführung aller Beschäftigten in die Muttergesellschaft Charité und ihren Haustarifvertrag. Das Gleiche gilt entsprechend für die Therapeuten bei der Charité und Vivantes.

Beschluss der Kreisdelegiertenkonferenz Charlottenburg / Wilmersdorf: „Prekäre Beschäftigung und tarifvertragsfreie Zonen im Verantwortungsbereich des Landes Berlin abschaffen“

Vor diesem Hintergrund ist die Umsetzung des am 8. April einstimmig gefassten Beschlusses der Kreisdelegiertenkonferenz der SPD Charlottenburg / Wilmersdorf von Bedeutung. In diesem werden SPD Landesvorstand Berlin, die SPD Fraktion im Abgeordnetenhaus und die sozialdemokratischen Senatoren im Berliner Senat aufgefordert „einen Plan vorzulegen, in dem definiert wird, wann und in welchem Betrieb welche Schritte unternommen werden, um prekäre Arbeit im öffentlichen Bereich aufzuheben. Dazu gehört der Plan, wie die ausreichende Finanzierung zur Umsetzung gesichert wird.“

Die AfA-Landeskonferenz am 24.3.2017 hat einen entsprechenden Beschluss auch angenommen.

Gotthard Krupp

140 2017 04 19 Outsourcing

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s