Erste Warnstreik in der Geschichte des Sozialverbandes VdK

Fünf Berliner Kinder- und Jugendambulanzen im Streik

zum download: 116 2016-VDK Jugendambu1

Am 28.01.2016 fand nach Aufruf durch ver.di der erste Warnstreik in der Geschichte des Sozialverbandes VdK statt. Bereits ab 07:30 Uhr sammelten sich die KollegInnen vor den fünf Einrichtungen, um dann gemeinsam zur Streikkundgebung vor dem Sitz des Sozialverbandes VdK in der Linienstraße zu fahren, wo sie auf eine etwas überraschte Prokuristin trafen.

Von den 105 Beschäftigten der Ki.D.T. gGmbH, Tochterunternehmen des Sozialverbandes VdK Berlin-Brandenburg, beteiligten sich 60. Ihre zentrale Forderung ist „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ und Abschluss eines Haustarifvertrages auf Gesamtniveau des Tarifvertrages der Länder (TVL – Berlin West). Seit mehr als 15 Jahren gab es keine Erhöhungen des Entgelts für die Beschäftigten, die Inflation führte zu einem erheblichen Reallohnverlust. „Diesen tariflosen und prekären Zustand gilt es jetzt zu beenden“, so Claudia Seekamp, Sprecherin der Tarifkommission.

Die Ki.D.T. gGmbH wird durch Zuwendungen des Berliner Senats neben den Leistungen der Krankenkassen finanziert, wodurch die Diagnostik und Therapie von Kindern mit körperlichen, geistigen und/oder seelischen Beeinträchtigungen sowie die psychosoziale Beratung ihrer Familien sichergestellt wird.

„Die Geschäftsführung der Ki.D.T. gGmbH versucht, die eigene personalpolitische Verantwortung auf den Berliner Senat abzuwälzen, die Senatsverwaltung verweist wiederum auf das Unternehmen. Dieses aufschiebende Verhalten beider Parteien ist der wichtigen Arbeit der Beschäftigten unwürdig“, so Benjamin Roscher, zuständiger ver.di-Verhandlungsführer.

„Es reicht“ – Tarifvertrag jetzt.

2014 gründete sich die ver.di-Betriebsgruppe im VdK Landesverband. Aktiv arbeitete diese Betriebsgruppe seitdem an der Vorbereitung des Gewerkschaftlichen Aktionsausschusses Keine prekäre Arbeit und tariffreie Bereiche im Verantwortungsbereich des Landes Berlin! mit. Nachdem sie ausführlich Forderungen diskutiert und beschlossen hatten, begannen die KollegInnen im Februar 2015 mit dem Start der Tarifkampagne. In Gesprächen mit der SPD-Fraktion und -Verantwortlichen, verankerten sie ihre zentrale Forderung nach einem Tarifvertrag und „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.

Im Juli 2015 waren mehr als die Hälfte (inzwischen mehr als 70 %) der Mitarbeiter bei ver.di eingetreten, so dass im September 2015 eine Tarifkommission gewählt wurde, die dann die Forderungen beschloss. Im Oktober wurden dem Arbeitgeber die Tarifforderungen übergeben. Die erste Tarifrunde im November verlief ergebnislos, wie auch die im Dezember. Deshalb wurde jetzt der Warnstreik ausgerufen, der auch ein breites Medienecho fand.

 

Weitere Informationen unter:   http://www.verdi-kidt.de/wordpress/

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